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Kompletter Text des Videos
Ägypten, Teil 1:Die Pyramiden
und Tut-anch-Amun:
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1. Pyramiden bei Kairo
Die gewaltigsten Bauwerke der Antike sind die ägyptischen Pyramiden. Sie wurden vor etwa 4500 Jahren als Grabanlagen der Pharaone gebaut. Die berühmtesten stehen ganz nahe bei der ägyptischen Hauptstadt Kairo. Die größte Pyramide ist die des Pharaos Cheops. Sie hatte eine Höhe von 146 m und eine Seitenlänge von 231 m. Auch die zweite Pyramide, die Chefren, der Sohn von Cheops, für sich bauen liess, hat eine ähnliche Größe. Damit sind sie fast so hoch wie der Kölner Dom, dessen Turmspitzen 160 m erreichen. Sie sind aber länger und ihr Rauminhalt ist auch größer als die 3000 Jahr später gebaute Kirche. Für den Bau der Cheopspyramide brauchte man 20 bis 30 Jahre, während der Kölner Dom erst nach 600 Jahren fertiggestellt wurde. Auf der Grundfläche der Cheopspyramide könnten acht Fußballfelder Platz haben. |
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2. Der Bau von Pyramiden
Wie die Pyramiden gebaut wurden, weiss man nicht genau. Eine Vermutung ist, dass man die Steine mit einer riesigen Rampe aufschichtete. Diese hätte allerdings über 3 km lang sein müssen. Vielleicht gab es aber auch Aufwege, die um die Pyramiden führten. Bei dieser Lösung hätten viel mehr Menschen gleichzeitig arbeiten können. Die Steine hatten im Durchschnitt eine Größe von über einem Qubikmeter und wogen 2 ½ Tonnen. Sie konnten deshalb nur mit mehreren Männern gemeinsam transportiert werden. Wie dies möglich ist, zeigen Schüler einer 6. Klasse. Ein LKW bringt einige Steinblöcke zur Schule. Obwohl die Steine noch nicht einmal halb so groß sind wie die Pyramidensteine, schaffen es die Kinder nicht, einen Steinblock auch nur einige cm zu bewegen. Mit zwei Stöcken als Hebel lässt sich der Stein nur ein wenig hochheben. Wird ein längerer Stock verwendet, ist die Kraftanstrengung geringer, der Stein lässt sich jetzt sogar vorwärts rollen. Ziehen mehrere Kinder an dem aus der Turnhalle geholten Tau, ist die Arbeit noch leichter. Die Kinder legen jetzt dicke Äste als Rollen unter den Stein. Nun können die Mädchen den Stein sogar ohne Tau verschieben. Werden aber Tau und Rollen benutzt, ist der schwere Transport sogar ganz leicht. Es muss nur noch darauf geachtet werden, dass das Tau nicht abrutscht und die Rollen rechtzeitig vor den Stein gelegt werden. Misst man heute mit modernsten Geräten den Höhenunterschied zwischen den Ecken einer Pyramide, so stellt man fest, dass die unterste Schicht fast ganz waagerecht errichtet wurde. Wie dies wahrscheinlich gemacht wurde, zeigen die nun folgenden Zeichnungen: Zunächst wurde ein Netz von Gräbern ausgehoben, das mit Wasser gefüllt wurde. Der Wasserrand war nun überall gleich hoch und konnte markiert werden. Dann wurden die Erhebungen abgetragen und die Gräben zugeschüttet, so dass die Pyramide auf eine ganz ebene Fläche gebaut werden konnte. Dabei waren wahrscheinlich bis zu 100.000 Menschen gleichzeitig beschäftigt. Die einfachen Arbeiten verrichteten die Bauern, die während der Überschwemmungszeiten des Nils nicht auf ihren Feldern arbeiten konnten. Früher sahen die Pyramiden noch etwas anders aus als heute. Die treppenförmigen Ränder wurden mit weißen Steinen verkleidet. Bei der Chefren-Pyramide sieht man dies noch im oberen Bereich. Der Sockel wurde mit roten Granitsteinen verschönert. Sie wurden aus einem Steinbruch geholt, der 1000 km weiter südlich liegt. Manche Spitzen der Pyramiden waren aus Gold. |
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3. Pyramiden und Religion
Neben diesen beiden großen Pyramiden gibt es noch einhundert kleinere. Die meisten davon sind allerdings heute verfallen. Alle Pyramiden wurden westlich des Nils gebaut. Der Grund hierfür ist in der ägyptischen Religion zu finden. Im Westen geht die Sonne unter und die Nacht beginnt. Weil die Nacht mit dem Totenreich gleichgestellt wurde, wurden die Toten immer im Westen bestattet. Das galt auch für die ägyptischen Pharaonen. Mehrere Jahrhunderte lang ließen sie für ihre Grabanlagen diese Pyramiden bauen. Auch bei den Grundmauern der Pyramiden wurden die Himmelsrichtungen genau beachtet. Alle Außenmauern wurden genau nach Norden, Osten, Süden und Westen ausgerichtet. Die Eingänge wurden immer auf der Nordseite angelegt. Nach der Fertigstellung wurden sie allerdings verschlossen und mit einer Steinschicht verdeckt. Schon früher suchten Grabräuber erfolgreich nach den Schätzen in den Pyramiden. Durch ihre Vorarbeit ist es heute den Touristen möglich, bis in das Innere der großen Pyramiden zu gelangen. |
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4. Pyramidenkomplex
Die Pyramiden bei Kairo wurden nicht allein gebaut. Jede war der Mittelpunkt eines ganzen Pyramidenkomplexes. Unterhalb der Pyramide, in der Nähe des Nils wurde der Taltempel errichtet. Von hier aus führte ein Aufweg zu einem weiteren Tempel am Rande der Pyramide. Direkt daneben wurden die Gräber der Verwandten des Pharaos angelegt. Sie bilden den Ostfriedhof. Auf dem Westfriedhof wurden die Beamten und die anderen wichtigen Personen aus seinem Leben bestattet. Sie errichteten solche Grabanlagen. Im Inneren wurden oft Figuren der Verstorbenen aufbewahrt. Diese wurde vor etwa einhundert Jahren ausgegraben. Dicht neben der Cheopspyramide wurden mehrere Holzschiffe zerlegt und in Gruben vergraben. Eines der Schiffe wurde in unserer Zeit wieder zusammengebaut und kann in diesem Gebaüde besichtigt werden. Vor der Chepfrenpyramide steht dieser Sphinx. Er ist eine gewaltige Löwenfigur mit dem Kopf eines Pharaos und hatte die Aufgabe, die Pyramidenanlage zu schützen. Wie der Pyramidenbezirk von Giseh früher wahrscheinlich aussah, zeigt dieses Bild. |
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5. Im Inneren einer Pyramide
Jede Pyramide ist in ihrem Inneren anders gebaut worden. Am Beispiel der Cheopspyramide schauen wir jetzt einmal, welche Gänge sie hat und wie sie heute aussieht. Für die Besucher werden die schmalen Gänge beleuchtet. Die steilen Anstiege sind nun mit Geländer und Treppenstufen aus Holz ausgestattet. In der Mitte der Cheopspyramide ist der höchste Raum. Er wird Gallerie genannt. Direkt daneben befindet sich die Grabkammer des Pharaos. In ihr steht immer noch der Steinsarg, der jedoch ganz leer ist. Von dieser Kammer beginnen zwei ganz schmale Gänge. Durch sie sollte vielleicht die Seele des Pharaos in den Himmel reisen können. In der Cheopspyramide gibt es noch mehrere andere Gänge und Räume. In anderen Pyramiden wurden sogar Fallen eingebaut, um Grabräuber daran zu hindern, an die Schätze zu kommen, die den Pharaonen mit in ihr Grab gelegt wurden. |
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6. Tut-anch-Amun
Da die Pyramiden keinen Schutz mehr vor Grabräubern boten, entschloss man sich vor etwa 3500 Jahren, die toten Pharaonen nicht mehr in Pyramiden zu bestatten. In der Nähe der damaligen Hauptstadt Theben, heute heißt die Stadt Luxor, gibt es auf der Westseite des Nils einen Berg, der die Form einer Pyramide hat. In diesem Tal wurden jetzt die ägyptischen Könige in Felsengräbern begraben. Man nennt es das Tal der Könige. Bisher wurden 62 Königsgräber entdeckt. Obwohl ihre Eingänge zum Teil mit Geröll versteckt und das Tal von Priestern bewacht wurden, sind auch diese Gräber alle ausgeraubt worden. Nur das Grab von Tut anch Amun blieb unversehrt. Es wurde erst 1922 von dem Archäologen Carter entdeckt. Obwohl Tut anch Amun ein unbedeutender Herrscher war, er starb bereits im Alter von etwa 17 Jahren, ist er heute einer der Bekannteste. Der Grund hierfür sind die gewaltigen Schätze, die in seinem Grab gefunden wurden. Am berühmtesten ist seine Goldmaske. Seine Mumie lag in vier ineinander liegenden Särgen. Alle waren wunderschön verziert, der innere bestand sogar ganz aus Gold. Die Särge wiederum waren von diesen vier vergoldeten Holzschreinen umgeben. Vor der Eingangstür zur Grabkammer standen zwei Totenwächter Figuren. Sie waren eine lebensgroße Abbildung des Pharaos. Wir sehen hier eine Nachbildung, die Orginalfunde aus dem Grab sind heute im Ägyptischen Museum in Kairo ausgestellt. Besonders schön ist auch der Thronsessel. Auf der Rückenlehne ist Tut Anch Amun zusammen mit seiner Frau dargestellt. Auch dieser Dolch ist einer von mehreren tausend Gegenständen, die sich im Grab des Pharaos befanden. Diese drei Betten stammen aus der Vorkammer seines Grabes. Seit vielen Jahren ist sein Grab im Tal der Könige fast ganz leer. Die Besucher der Grabkammer können nur noch seine Mumie betrachten, die als einziger Gegenstand hier geblieben ist. |
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